Western Cape
Herrliche Strände, mediterran anmutende Küstenlandschaften, Bilderbuchstädtchen, erbaut in kapholländischer oder viktorianischer Architektur und die „schönste Stadt am Ende der Welt“, Cape Town. Ihr vorgelagert das Kap der Guten Hoffnung und von hier aus bei gutem Wetter sogar sichtbar: Cape Agulhas, der südlichste Punkt Afrikas, wo der Indische und der Atlantische Ozean zusammen fließen. Der warme Golfstrom ist alljährlich Ziel für eine große Anzahl Wale, die vor den Stränden zwischen Knysna und Hermanus ihre Jungen gebären und sich paaren. Hoch aufragende Bergmassive schützen das Hinterland vor den scharfen Winden vom Kap – kein Wunder, dass in diesen klimatisch bevorzugten Regionen, wo die Böden fruchtbarer sind als andernorts, Weine von unvergleichlicher Qualität gedeihen.
Die klassischen Weinrouten sind Stellenbosch, Paarl und Franschhoek, doch gibt es so viele Weingüter und -gebiete mehr zu entdecken, dass Sie gut daran tun, sich auf unsere diesbezüglichen Kenntnisse zu verlassen! Zumal in der von feiner Lebensart geprägten Region die Kunst des Genießens auch in der Küche kultiviert wurde. Also sind auch Gourmets im Western Cape dort angelangt, wo sie schon immer sein wollten.
Wo alles begann:
Man schrieb Samstag, den 6. April 1652, als der niederländische Seefahrer Jan van Riebeeck eine kleine Armada der holländischen Handelsgesellschaft Verenigde Oostindische Compagnie (VOC) in der Tafelbucht anlegen ließ. Er war mit 115 Europäern unterwegs, unter ihnen auch Frauen und Kinder, und ihre Mission war es, eine ständige Siedlung am Kap Afrikas aufzubauen. Um die Schiffe der VOC auf ihren Routen mit Frischwasser, Gemüse und Obst zu versorgen.
Zu der Zeit war das Kap von Khoikhoi, Verwandten der Khoisan (Bushmen) besiedelt. Die Grausamkeiten, mit der die fremden Siedler – sie nannten sich Vryburgers (Buren) – gegen die Einheimischen vorgingen, gehören zur Geschichte des Landes und auch die politischen Ranküne, die aus dieser Besetzung resultierten. Positiv beeindruckend aber ist die Effizienz, mit der van Riebeeck und seine Gefolgsleute das Western Cape für ihre Zwecke kultivierten.
Alles, was sie anbauten, gedieh auf fruchtbarem Boden und in dem milden Klima, ihre Viehherden vermehrten sich und schon damals nutzte man den Fischreichtum des Ozeans zur Nahrung. Sodass die heutige Küche des Western Cape eine Ähnlichkeit mit der originalen nicht verleugnen kann, wenngleich die Raffinessen nicht den Töpfen der Burenfrauen sondern den Gewürzsortimenten der malaiischen Sklaven entstammen. Die Frauen wurden den Haushalten der Europäer zugeteilt und weil ihre Dienste dort auch in den Küchen gefordert waren, verdrängten leichte, exotisch verfeinerte Gerichte aus frischen Zutaten langsam aber sicher fetttriefende Eintöpfe aus Kartoffeln, Kohl, Mehl und Speckseiten.
Handwerker etablierten ihr Können und auch sie hatten Sklaven aus Malaysia an ihren Seiten – die daraus entstandene Stilrichtung wird seither als typical cape art bezeichnet. Nur Eines blieb dem Ehrgeiz der aufstrebenden weißen Klasse am afrikanischen Kap verwehrt, dabei hätte Jan van Riebeeck alles dafür gegeben, Wein herstellen zu können.
Dass diese Kunst heute dennoch die Szenerien des Western Cape mit ihren Weinfeldern und -bergen prägt, ist das Werk Simon van der Stel, des zweiten Gouverneurs der Kapprovinz. Er war, anders als van Riebeeck, in der Lage die Zusammenhänge von Bodenbeschaffenheiten und klimatischen Bedingungen zu bewerten und dann auch zu nutzen – seit seiner Zeit wird in Constantia der berühmte Muscadet gekeltert. Jener Wein, der Napoléon die Tristesse seines Exils auf Elba veredelte, in den Salons Europas getrunken wurde und bis heute so manches Zungenschnalzen hervor ruft.
Jede der Wine Routes, jedes Weingut produziert seine
speziellen „guten Tropfen“, übliche aber auch ungewöhnliche
Geschmacksrichtungen, denn so sehr man sich den Traditionen gerade auf
diesem Gebiet verpflichtet fühlt, so leidenschaftlich wird
experimentiert und längst schon ist das „Weinmachen“ nicht mehr die
Domäne weißer Önologen. Darum auch an dieser Stelle noch einmal unsere
Offerte: Lassen Sie sich von uns auch in Sachen Wein (ver-) führen –
wir wissen um individuelle Prägungen, um Eigenarten und um die
besonderen Highlights auch auf diesem Gebiet!
Von
Stellenbosch, das seinen Namen nach Simon van der Stel trägt und das
nach Constantia als die älteste Weinroute Südafrikas bezeichnet wird,
führt der Weg zwischen Mai und Oktober direkt in Richtung Küste, um
dort Zeuge eines beeindruckenden Naturspektakels zu werden. Wenn Wale
in den warmen Gewässern des Golfstromes ihre Jungen zur Welt bringen
und auch noch bis zur Paarungszeit vor Ort bleiben.
Ihre Rufe, die als Gesang der Sirenen in der Mythologie Odysseus zum Verhängnis wurden, begleiten den Reisenden durch die Seenlandschaft der Wilderness Reservate, bis an die Ausläufer der Pässe. Sie zu überqueren ist ein weiteres Abenteuer im Erleben grandioser Landschaften. Denn auf der anderen Seite der Outeniqua Mountains angekommen, dehnt sich die Klein Karoo bis an den Horizont. Ihren Namen trägt die Halbwüste nach einem Begriff aus der San-Sprache, die das Gebiet „Land des großen Durstes“ nannte.
Doch ist die Kargheit der Vegetation nicht ihre einzige Ausprägung, vielmehr beeindruckt die Karoo durch die Symbiose landschaftlicher Gegensätze. Da bilden die karstigen Abhänge der Bergketten verblüffende Pendants zu lauschigen Pappelhainen entlang kleiner Flüsse. Wie mit braungrünem Samt bespannt scheinen die moosigen Täler, erdige Farben vermischen sich mit dem sanft scheinenden Licht der Sonne. In dieser Kulisse bewegen sich schwarz-weiße und braune Punkte – wir sind im Land der Strauße angekommen und in Oudtshorn, jener Stadt, die erbaut wurde aus dem Profit mit den Federn dieses größten Vogels der Welt.
Erst viele Jahre, nachdem strutius camelus für die Modeschöpfer der Welt unattraktiv geworden war, entsann man sich seiner anderen Qualitäten. Wie die seines Fleisches, das wohlschmeckend ist wie Rindfleisch, das jedoch kein Cholesterin enthält, kaum Kalorien und kaum Fett. So geartet erlebt das Riesenfedervieh seit einiger Zeit neue Beachtung, wie in jedem guten Restaurant Südafrikas selbst zu erleben ist, während die Haut des Straußes, zu modischen Accessoires verarbeitet, die Auslagen einschlägiger Geschäfte veredelt.
Südafrika gibt sich in diesem Teil des Landes als ein Spiegelbild kultivierter Natur. Die fasziniert durch ihr karges Erscheinungsbild, und die seit jeher jenen Menschen Platz bietet, die im Einklang mit den Gegebenheiten leben wollten. Die sich anpassen können, indem sie das Potential dieser abgeschiedenen Region nutzen. Die in den graniten Hängen der Berge einen Wein anbauen, der durch die Wärme des ausgeglichenen Klimas zu vollmundig-erdiger, dunkler Reife heran wächst. In einer Tradition von Naturverbundenheit, denn die Neuerungen der Moderne scheinen stets länger zu brauchen, bis sie die Karoo erreicht haben. Was Menschen und Landschaft in unbekümmerter Lebenslust und mit unverwechselbarem Charme prägt.
Die Western Cape Province birgt so viele Welten, dass man in ihr alleine grenzenlos Zeit verbringen könnte – sagen Sie uns von ALBATROS URLAUB einfach, was sie am liebsten erleben möchten, wir verwirklichen es für Sie.