SÜDAFRIKA

Das schönste Ende der Welt

Eben noch bestand das Dasein aus Alltag, da öffnet sich, nur einen nächtlichen Flug entfernt, die Tür zu einer Welt voller Exotik. Eben noch reflektierten allzu bekannte Szenerien pure Tristesse, da taucht man ein in einen Kosmos ausdrucksvoller Lebensart. Willkommen in Südafrika! Willkommen in Cape Town – es gibt kein schöneres „Ende der Welt“!

Albatros - Südafrika - Kapstadt - Waterfront mit Tafelberg

Hoch aufragend scheint die grandiose Kulisse des Tafelberges über die quirligen Szenen zu ihren Füßen zu wachen. Einer bunten Patchworkdecke gleich liegt Kapstadt über die hügeligen Ausläufer des Bergmassivs bis zur Peripherie des Atlantischen Ozeans ausgebreitet. Die Luft knistert vor Frische, sie ist durchsichtig und klar und prickelt wie Blubberbläschen auf der Haut. „Champagnerwetter“ nennen die Kapstädter dieses Gefühl, das ihnen vor allem eines bedeutet: Lebensqualität!

Dieser Begriff füllt sich seit dem Ende der Apartheid vor nunmehr 17 Jahren mit ausdrucksvollen Inhalten. Hatten bis dato noch Rassentrennung, Gewalt und die Verherrlichung altvorderer Konventionen das Land am afrikanischen Kap in eine weltpolitische Isolation geführt, so sicherten Liberalität und Versöhnung sich mit dem Ende der Repressionen 1990 die Existenzberechtigung des „neuen Südafrika“.

Albatros - Südafrika - Nelson MandelaAlbatros - Südafrika - Statuen an der WaterfrontAlbatros - Südafrika - Straßenmusiker

Seither bestimmt unbändige Lebenslust das Sein am Kap, was in diesen grandiosen Landschaften, pittoresken Architekturen und den Lebensarten afrikanischer, europäischer und asiatischer Kulturen nicht verwundert. Seit 1651 schreibt man die Geschichte des heutigen Südafrika, die ihren offiziellen Anfang mit der Besiedlung der Kapregion durch die Gesandtschaft des holländischen Kaufmanns Jan van Riebeeck nahm. Er und 115 Vryburgers waren im Auftrag der VOC unterwegs um in der Tafelbergbucht eine Versorgungsstation einzurichten. Dazu legten sie zu allererst Gärten und Obstplantagen an: Die Company´s Gardens im heutigen Herzen der Stadt.

The Gardens sind heute ein Hort für Ruhesuchende, im Schatten mächtiger Eichen, das South African Museum nur wenige Schritte entfernt. Hier sind die fast hundert Jahre alten Modelle lebensgroßer Bushmen selbst für erklärte Nicht-Museumsgänger Grund für einen Besuch. Ohnehin ist die Museumsdichte – auch für Muffel! – in Kapstadt ausgesprochen reizvoll, doch hat die „schönste Stadt der Welt“ noch viel mehr für die Sinne zu bieten. Darum muss der nächste Weg ins Mount Nelson führen, zum high tea!

„The Nelly“ wie die Kapstädter ihr berühmtes Hotel nennen, liegt lediglich einen  Steinwurf von The Gardens entfernt, übersehen kann man die nunmehr fast 110 Jahre alte Edelherberge in ihrem rosafarbenen Außenanstrich ohnehin nicht. Bereits im 16. Jahrhundert erbaut, könnten die Wände des prächtigen Gebäudes ganze Bände mit Klatsch und Tratsch füllen – und die Geschichte entwickelt sich weiter! Mit jedem Besucher, der den legendären afternoon tea besucht – mit klassisch-britischen Gurkensandwiches, mit englischen Kuchen, Lachsschnittchen und Piano-Musik life, das darf man sich nicht entgehen lassen!

Wie auch den anschließenden Spaziergang über die Kloof- und die Long Street, Richtung Innenstadt. Vor mehr als 300 Jahren schon bestand die Long Street, wie die fein restaurierten Häuser im viktorianischen Stil bezeugen. Ihre spitzwinkligen Erker, die breiten Balkone und Terrassen, eingerahmt von Säulen und kunstvoll geschmiedeten eisernen Geländern sind an architektonischer Anmut selbst in Kapstadt nicht zu überbieten und die Ambience, die sich hinter den alten Mauern darstellt, zieht für Antiquitätenliebhaber, Antiquariatsjäger, Trödelfans und Freunden von Ethno-Kunst alle Register der Begeisterung. Wer hier nicht fündig wird in Sachen außergewöhnlicher Erinnerungsstücke hat jedoch noch eine Chance und die breitet sich am Ende der „Long“ in Gestalt des Green Market Square aus.

Albatros - Südafrika - Long StreetAlbatros - Südafrika - Green Market

Diesen Platz, dessen Front von einer Reihe Art-Deco Häuser betont wird, muss man erlebt haben! Man muss durch die Auslagen der africana-Händler stöbern und die Atmosphäre aus Feilschen, Kleinkunst und abenteuerlich anmutenden dealern auf sich wirken lassen. Ohnehin ist danach Zeit genug diese spannenden Erfahrungen Revue passieren zu lassen, bei einem Ritual, das so typisch ist, wie die Relikte der abwechslungsreichen Historie Kapstadts. In der die englischen Einflüsse eben jenen Brauch des sundowners etablierten, den Drink zum Sonnenuntergang.

Womit ein weiteres Muss ansteht, schließlich gibt es kaum einen angenehmeren Platz, die „blaue Stunde“ zu genießen als die Terrasse des Harveys at the Mansions an der Beach Road in Sea Point. Hier hat das Winchester Mansions Hotel schon längst seine Reputation als charmanter place to be etabliert, als Ort also, wo man sein sollte. Diesem Ruf folgen zum sundowner auch die Capetonians. Es sind jene, die sich in der ruhigen, ungestörten Atmosphäre eine Auszeit von den Umtrieben des Alltages genehmigen, die sich auch als Frau allein wohl fühlen möchten, die den ungewöhnlich aufmerksamen Service auch in dem erstklassigen Restaurant schätzen. Bei all dem aber ist es ebenso wichtig, gesehen zu werden und zu schauen wer mit wem unterwegs ist. Das lässt sich ausnehmend gut bei einer erquicklichen Anzahl feiner Weine ausleben und wie man diese Facette südafrikanischen lifestyles zur wunderbaren Gewohnheit stilisiert, ist das Geheimnis der Winelands. 

Es war Jan van Riebeecks Idee, in den Hängen der Kapberge Weinreben zu pflanzen, doch gelang es erst seinem Nachfolger Gouverneur Simon van der Stel diese Anfänge zu kultivieren. Dies geschah zunächst in Constantia, dort, wo dichte Wälder und malerisch angelegte Weinfelder die Landschaften prägen und wo man schon dereinst den berühmten Muscadet kelterte. Von diesem Wein wird berichtet, dass er in ganzen Schiffsladungen nach Elba geliefert wurde, um dem dort zwangsweise lebenden Napoléon sein Exil erträglich zu gestalten. Derartige Anekdoten bereichern die Annalen aller Weinrouten Südafrikas und sie zeugen von der Beliebtheit der Kapweine auch in Europa seit Jahrhunderten schon. Dies änderte sich auch unter dem Kuratel gelegentlicher Handelsblockaden nicht und selbst die gemeine Reblaus konnte den Siegeszug südafrikanischer Weine um die Welt nicht verhindern. Dem abscheulichen Treiben des Mini-Schädlings verdanken die Szenerien der Winelands ihre besondere Note, die sich üppig blühenden Rosenstöcken am jeweiligen Anfang und Ende einer Weinrebenreihe präsentiert. Befällt die Reblaus doch immer zuerst den Rosenstock und erst dann… Doch dann ist sie schon vernichtet!

Albatros - Südafrika - WeinrebeAlbatros - Südafrika - WeinstöckeAlbatros - Südafrika - Rotwein

Zwanzig offizielle Weinrouten führt das Weinland Südafrika heute in seinem Portfolio. Sie heißen Stellenbosch, Paarl, Constantia oder Robertson, doch eine der ursprünglichen und nicht nur darum etablierten und landschaftlich schönsten ist die Franschhoek Wineroute. Etabliert weil es Hugenotten waren, die 1688 auf ihrer Flucht vor dem Edikt von Nantes auf Schiffen der VOC in Südafrika anlandeten. Dort ließen sie sich in den windgeschützten Tälern des heutigen Franschhoek (Franzosenecke) nieder und begründeten ihre neue Existenz mit der ihnen eigenen Profession, dem Weinanbau.

Dass daraus exklusive Weine entstanden, ist vor dem Hintergrund dieser Geschichte kein Mysterium und da man diese Gourmetfreuden vor Ort am besten genießt, führt dieser Feine-Lebensart-Exkurs direkt in die Gourmettempel der Region. Doch hat man ja spätestens in Südafrika gelernt, dass außer wine and dine auch das richtige Bett zum guten Lebens gehört und da ist man im hinreißend charmanten Chez Max bei einer der angenehmsten Adressen angekommen. Edles Ambiente, absolute Wohlfühlatmosphäre und zauberhafte Gastfreundlichkeit sind Attribute, mit denen die Gäste dieses ungewöhnliche guesthouse auszeichnen und wenn von derartigen Prädikaten die Rede ist, führt die weitere Reise ohne Umwege in das  Hotel Grande Roche in Paarl.

Eingebettet in die Kulisse der schwarz-steinernen Paarl-Mountains mutet das kapholländische Gebäude wie en sorgsam gefaltetes, schneeweißes Kissen an. Leise raschelt der Wind durch die Kronen der Palmen, streift die Bougainvilleas und rieselt ihre Blüten über die Kieswege und auf die Terrasse. Vieles ließe sich über die erlesene Schar der Gäste berichten, die hier ihren Wein tranken, im weithin bekannten Restaurant Bosman´s dinierten oder in den zauberhaft gestalteten Zimmern und Suiten des einstigen Farmanwesens ihre Ruhe fanden. Dabei hatten sie Eines gemeinsam im Sinn: das edle Flair dieser Nobelherberge zu erleben. Dass da romantische Gefühle nicht weit sein können, verwundert nicht, zumal die historische Kapelle des Besitztums zu Hochzeiten geradezu geschaffen scheint – wie die Gästebücher des Grande Roche eindrucksvoll belegen.

Heiraten am südafrikanischen Kap und dort auch die anderen Prägungen des feinen Daseins zu genießen bedeutet Lebensart. Dies alles ist das Metier von ALBATROS URLAUB. Zögern Sie nicht, diese Vorteile für sich selbst zu beanspruchen.

 

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