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Sports(wo)mens hometurf
Südafrikaner sind begeisterte Sportler, aktiv oder ebenso inbrünstig als couch potato. Wer jemals während der Rugbysaison im Land am schönsten Ende der Welt war, hat eine Vorstellung davon, was wahre Sportbegeisterung bedeutet.
Nun leben diese Cracks aber auch in einem Land, das erstklassige Möglichkeiten für nahezu alle Sportarten bietet. Das geht in der Luft los, die mit ihren Thermiken ideal ist zum Sport- und Segelfliegen, zum Paragliden und Drachenfliegen und zum sonstigen Durch-die-Luft-Gleiten; zum Fallschirmspringen oder Heißluftballonfahren.
Radfahrer und Mountainbiker geben sich die Gebirgszüge hinauf und hinab ihrer Leidenschaft hin, Marathonläufer nehmen es mit ihnen besonders auf der Kaphalbinsel auf und Hochseefischer kreuzen vor der 3000 Kilometer langen Küste. Die natürlich auch ein wahres Paradies für alle Wassersportler ist: Surfer, Taucher, Segler, Windsurfer, Angler, Brandungsfischer, Schwimmer, Kiter, Sonnenbader – denn die Peripherien der beiden Ozeane, Indischer und Atlantischer, sind gesäumt von Traumstränden.
In und an den Bächen und Flüssen der Hochplateaus finden sich dann Angler und Fischer wieder, während ihre Kollegen von der Trekking-Fraktion die bizarren Bergmassive bezwingen. Weniger ambitionierte Bergsteiger klettern sich durch zahlreiche, nicht so komplizierte Routen und auch den Wanderern wurden landschaftlich bezaubernde Kurse erschlossen. Ebenso unvergleichliche Aussichten und Impressionen können von Reitern erwartet werden. Indem sie ihre Wege in Szenerien wie denen der Drakensberg Massive finden, aber auch entlang der Strände bis
Nahezu jedes Hotel unterhält einen Tennisplatz und sollte mal (noch) keiner angelegt sein, befindet sich der nächste höchstens einen Steinwurf entfernt oder, wie man in Südafrika sagt: „As far as a crow flys.“ Und Krähen fliegen ja nicht weit! Nicht ganz so häufig sind Golfplätze, doch befinden sich unter den 500 südafrikanischen Golfcourses eine Handvoll der Welt schönsten. Wie anspruchsvoll einige sind und wie groß das Interesse der Bevölkerung an diesem Sport ist, zeigt die Liste der hoch dotierten Turniere. Da ist dann auch Tiger Woods nicht weit, wobei die Namen seiner ehemaligen Kontrahenten nicht weniger klangvoll und noch dazu südafrikanisch sind: Ernie Els und Gary Player.
Zwar gehört es zum Ausdruck des heutigen Regenbogenlandes, besondere Vorlieben weder der schwarzen noch der weißen Bevölkerung zuzurechnen, doch ist es einfach so, dass schwarze und coloured Südafrikaner in ihrer Freizeit viel lieber auf den Fußballplatz gehen, als anders wohin. Ihnen und dem Rest der Welt steht mit der Austragung der Fußball-WM 2010 ein sportliches Highlight von Superformat ins Land am afrikanischen Kap.
Bleibt zum Schluss noch eine Sportart zu erwähnen, deren Regeln nicht einmal alle Südafrikaner verinnerlicht haben. So bleibt dem Cricket ein wenig von einem Mysterium anhaften, was das Treiben auf dem Cricketplatz noch ein wenig undurchsichtiger, aber auch damit interessanter macht – als unbedarfter Gast kann man eh nicht mitspielen.
Aber hier und dort mal probieren, ist nicht nur erlaubt, sondern gern gesehen, wenn nicht gar gewollt. Schließlich teilen Südafrikaner nichts so gerne wie ihre Sportbegeisterung – gern auch auf der Couch!