Eastern Cape

Walking on the wild side


Bis vor einiger Zeit noch Farmland, ist das Landesinnere des Eastern Cape heute von renaturiertem Bushveld, von Wäldern und natürlichen Landschaftsformen geprägt – dem Shamwari Game Reserve und, nahe Port Elizabeth, dem Addo Elephant National Park.
Das Shamwari Reservat ist Heimat für alle hier angestammten Wildtierarten und so auch für die Big Five = Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard, während der „Addo Elephant“ die Domäne der großen grauen Riesen ist.

Womit aber noch nicht alle wild sides des Eastern Cape benannt sind, erstreckt sich mit der Wild Coast zwischen Port Elizabeth und Durban doch eine der ursprünglichsten Küstenlandschaft des gesamten südlichen Afrika – ein Paradies für Naturfreunde, erst recht für Wanderer, Sportfischer, Angler und Taucher.


Bis vor einigen Jahren noch bestand die Landschaft im Osten des Kaps aus nahezu nichts anderem als Weiden und Farmland – lediglich unterbrochen von Farmgebäuden und kleinen Städten. Und auch sie waren geprägt von den landwirtschaftlichen Bedürfnissen der Region. Anders die Küste, wo sich mit der Wild Coast zwischen Port Elizabeth und Durban eine der ursprünglichsten Küstenlandschaft des gesamten südlichen Afrika erstreckt. Hier bestimmen dramatische Felsabbrüche die Szenerien, gefährliche Riffe, tosende See und nur schwer zugängliche Strände. Diese Unbilden wurden seit Jahrhunderten schon unzähligen Schiffen zum Verhängnis – wie die zahllosen Wracks entlang der „wilden Küste“ beweisen.

Hier leben seit Anfang des 18. Jahrhunderts die Xhosa in ihren flachen weißen Häusern. Ursprünglich hatten sie in traditioneller Koexistenz mit den Zulu im Gebiet der nördlichen Drakensberge und bis an die Grenze zu Mosambik gelebt, doch da die Xhosa ihren Lebensstil als notorische Viehdiebe nicht verändern wollten, jagten die Zulu sie letztendlich von dannen – bis an die „wilde Küste“. Hier begegnet man den Traditionen der Xhosa heute nur noch in typischen Kunstformen, während ihre herkömmliche Lebensweise im Gleichmaß der Moderne verloren ging.

Und doch begegnet man ihnen – entlang der Strände, wo sie sich als Ortskundige auch als Führer von Wandergruppen prädestinieren. Leicht zu nehmen ist die 1000 Kilometer lange Küstenregion nämlich nicht durchgehend, auch nicht für erfahrene und konditionell tipptoppe Wanderer. Da müssen Flüsse durchschwommen oder Felsenformationen überwunden werden, während andere Trails ohne große Anstrengungen erwandert werden.

Also bietet Südafrika auch hier ein breites Spektrum unterschiedlicher Attraktionen – für jeden Besucher das Richtige! Nicht anders ist dies im Landesinneren des Eastern Cape. Hier spiegeln die renaturierten Landschaft des Shamwari Game Reserves und auch die des Addo National Parks den Zeitgeist des „neuen Südafrika“ wieder. Er zieht seine Existenzberechtigung aus der Wiederherstellung und Erhaltung der ursprünglichen Lebensräume und gestaltet damit ein Stück Afrika neu.

So geschehen im Gebiet des heutigen Shamwari Game Reserves, wo Monokulturen, überweidete Landflächen und gigantische Viehzuchtbetriebe das ehemalige Bushveld in öde Szenerien von technischer Funktionalität verwandelt hatten. Bis dies zurzeit der beginnenden Demokratisierung Südafrikas einem heimischen Geschäftsmann „zum Verhängnis“ wurde, wie er sein Engagement heute schmunzelnd bezeichnet. Es begab sich nämlich, dass er einen Großteil des Farmlandes kaufen konnte – was er sich nicht nehmen ließ und damit ein Gebiet schuf, in dem das Land mit Hilfe von Biologen und Zoologen zu seinen Ursprüngen neu entwickelt wurde. Was dies an Arbeit und Engagement bedeutet, erzählt man auf Shamwari gerne, zumal der Prozess sich noch lange in der Entwicklung befindet. Aber auch das sind natürliche Begebenheiten, umso spannender ist es, auf Shamwari on safari zu sein, zumal sich dort die Big Five tummeln: Elefanten, Nashörner, Löwen, Leoparden und Büffel, neben der anderen wilden, kreuchenden und fleuchenden Vielfalt!

Wie sich solche Historien anhand eines Beispiels darstellen, erzählt die Geschichte des Addo Elephant National Park, eine Stunde Fahrt von Port Elizabeth entfernt. Bis vor 50 Jahren noch war dies das Gebiet riesiger Citrusplantagen und damit auch das Ziel sämtlicher Elefantenbegierden. Richtet sich die Fressleidenschaft der Riesentiere doch am liebsten auf  vergorene Zitronen, Orangen und so weiter. Zum Leidwesen der Farmer natürlich, die den allabendlich einbrechenden und rund um sich zu fressenden Elefantenherden verständlicherweise keine Sympathie entgegen bringen konnten. Also schossen sie die Eindringlinge ab, so lange bis nur noch elf Elefanten daselbst lebten.

Das wiederum behagte den Farmern auch nicht, also schlossen sie sich zusammen, stellten Teile ihrer Ländereien zur Verfügung, zäunten das Gebiet ein, fütterten die verbliebenen Elefanten dort an und gaben das Reservat in die Verwaltung der Regierung. Aus dieser Aktion ist der „Addo“ entstanden, mit einer heutigen Elefantenpopulation von wieder 500 Grautieren – Tendenz steigend, mit Nashörnern, Antilopen und anderen Wildtieren mehr. Da ist in diesen Vorkommen auf einem Areal von knapp 15 000 Hektar bestimmt eine „Elefantengarantie“ enthalten!