Reisebericht Südafrika - St. Lucia

2010-08-15 09:05 von Walter Sabaschkow

St.Lucia - Unterwegs zu endlosen Stränden

Wir haben das Hluwhluwe-Umfolozi Reservat verlassen und fahren nach St. Lucia. Das Städtchen ist das Einfallstor zu den St. Lucia Wetlands, einem riesiges Feuchtgebiet, das direkt an den indischen Ozean   grenzt. Dieser Küstenstreifen ist circa 200 km lang und er beherbergt den größten See Südafrikas. Man    kann das Naturschutzgebiet durchfahren und findet eine Menge unterschiedlicher Landschaftsformen,     von Sümpfen bis zu Dünen gibt es viel zu sehen, z.B. die zweithöchsten bewaldeten Sanddünen der Welt.   Die Fahrt dauert etwa eine Stunde, dann erreichen wir St. Lucia.

Das Städtchen ist nicht sehr groß, deshalb haben wir auch keine Probleme schnell unser Gästehaus zu finden. Es handelt sich um ein Privathaus mit einem Anbau. In diesem Anbau gibt es vier Gästezimmer,       also haben wir auch hier eine sehr persönliche Atmosphäre, zumal außer uns nur ein Ehepaar aus    Schweden   hier übernachtet. Der freundliche ältere Besitzer erklärt uns das wichtigste über die   Umgebung, dann genießen wir – nach dem Wochenende im Busch - zuerst einmal eine richtige Dusche      mit heißem Wasser   und ruhen uns in dem prächtigen Garten aus. Am frühen Abend laufen wir zur Hauptstraße und finden      ein Fischrestaurant. Laufen ist zwar in der Dunkelheit in Südafrika eher   unüblich, an diesem beschaulichen Ort haben wir jedoch keine Sicherheitsbedenken, zumal es nur     wenige Minuten zum Restaurant sind.


Das griechische Fischrestaurant ist noch leer; wir setzen uns – wie wir es am liebsten haben – an einen   Tisch außerhalb auf einer erhöhten Terrasse. Von hier aus hat man alles wunderbar im Blick und kann beobachten, wie die Menschen auf der einzigen Hauptstraße des Ortes flanieren und die Autos langsam vorbeifahren. Es ist bereits stockdunkel und die Straße mit ihren grellen Neonschildern und den vorbeifahrenden großen Jeeps erinnert uns stark an Florida. Langsam wird das Restaurant voller und         wir genießen das vorzügliche Essen und den Rundblick - es ist wirklich schön hier. Nach dem Essen laufen wir wieder zurück zum Gästehaus. Sobald wir das „pralle Leben“ auf der Hauptstraße verlassen haben und   in die Seitenstraße einbiegen, ist es ist richtig düster und außer uns scheint niemand unterwegs zu sein.   Ein wenig gespenstisch wirkt das schon und deshalb laufen wir vorsichtshalber ein wenig schneller als gewöhnlich. Wir haben allerdings den Eindruck, als würde es hier viel weniger Zäune und Mauern um die einzelnen Häuser geben, als an anderen Orten im südlichen Afrika, die wir besucht haben. Anscheinend     ist es hier wie überall auf der Welt: Auf dem Land ist es einfach friedlicher als in der Stadt – zumindest haben wir diese Erfahrung gemacht.


Am nächsten Morgen stehen wir  – wie immer – früh auf. Wir wollen in den Nationalpark fahren. Nachdem wir unsere Kühlbox gepackt haben, geht es los. Der Eingang zum Park ist nur wenige Autominuten vom Gästehaus entfernt. Wir fahren langsam die Teerstraße entlang Richtung Norden und halten unterwegs an den Aussichtspunkten an. Da es hier – bis auf die Krokodile und Hippos am See – keine großen gefährlichen Tiere gibt, kann man überall aussteigen und die Natur bewundern, was wir auch ausgiebig tun. Es ist Montag und wir sind mal wieder ganz alleine unterwegs. Wenn wir zwischendurch anhalten und ans Meer gehen, sehen wir weite, weiße, einsame Strände. Das Wasser leuchtet in türkisblau und lädt zum Baden ein, aber wenn wir barfuss am Strand entlang laufen, merke ich, dass mir das Wasser zu kalt ist. Zwischendurch treffen wir auf drei Parkbedienstete, die wir gerne in unserem Auto mitnehmen; sie müssten sonst warten, bis vielleicht jemand anderes vorbeikommt. In Südafrika sollte man zwar bei Anhaltern vorsichtig sein, aber bei Leuten in Parkuniform sehen wir das nicht so eng. Nach etwa einer Stunde erreichen wir Cape Vidal, den Endpunkt der Straße. Hier ist ein größerer Parkplatz mit ein paar Hütten, das war es. Wir gehen ans Meer und sind entzückt. Wieder sehen wir einen breiten, weißen Sandstrand, zur Landseite hin eingerahmt von Dünen, die wiederum auf ihrer Rückseite mit einem wuchernden sattgrünen Pflanzenteppich bewachsen sind.

Der Sandstrand erstreckt sich – egal ab man nach Süden oder nach Norden schaut – bis an den Horizont. Die wenigen Leute, die außer uns noch hier sind, verlieren sich an diesem Strand. Es ist heiß, am Himmel ist keine einzige Wolke zu sehen, wir nehmen unseren Rucksack und laufen ein Stück, bis wir niemanden mehr sehen. Ich steige auf den Kamm der Düne und blicke über den Strand und das Meer bis zum Horizont. Hier gibt es keine Hindernisse. Würde man von hier die Küste entlang immer nach Norden laufen, käme man irgendwann nach Mozambique, ohne vorher auf eine Siedlung zu stoßen. Die dominierenden Farben Weiß, Blau, Türkis und Grün variieren in den verschiedensten Tönen - wir können uns gar nicht satt sehen, an dieser herrlichen Umgebung.
Irgendwann wird es für uns dann doch Zeit, aus der Sonne zu gehen. Schatten sucht man an diesem Strand vergebens, es gibt zwar Buschwerk, aber keine Palmen oder andere Bäume in der Nähe des Wassers. Wir kehren zum Auto zurück, essen eine Kleinigkeit und verlassen diesen schönen Ort.

Nach einer kurzen Fahrt biegen wir auf einen Rundweg ab. Dieser Weg ist schmal und man kann ihn deshalb nur in eine Richtung befahren; er ist sogar als Einbahnstraße gekennzeichnet, ein ungewöhnliches Schild in der Wildnis. Da der Weg durch feuchtes Gelände führt, ist die Spur für die Autos teilweise mit Platten befestigt. Man muss aufpassen, dass man genau auf dieser Spur bleibt, um nicht eventuell einzusinken. Wir fahren durch dichten Bewuchs wie durch einen Tunnel; es ist schon irgendwie märchenhaft, man hört nur die Grillen zirpen und ab und zu einen Vogel.
Am Wegrand sehen wir ab und zu einen Waran, Schlangen bleiben uns verborgen. Wir kommen an einen See mit einem kleinen Parkplatz. Am Ufer sind Schilder, die zur Vorsicht mahnen. Nicht Angeln und nicht Schwimmen, wegen der Krokodile. Vor denen habe ich weniger Furcht, doch ich sehe zwei Flusspferde im See, eine Mutter mit ihrem Jungen, da bin ich schon vorsichtiger. Wo zwei sind, da können auch mehr sein und ich will sie auf keinen Fall beim Landgang stören. Wir haben bereits gelernt: Versperre niemals einem Hippo den Weg zum Wasser, es könnte tödlich für dich enden. So laufen wir am Seeufer entlang und ich beobachte aufmerksam mögliche Weideplätze der Flusspferde, doch nichts rührt sich, ich kann leider keine spektakulären Fotos von angreifenden Hippos machen. Wir fahren weiter und bald darauf öffnet sich der Weg und mündet in eine Sumpf- und Grasebene. Wir sehen in einiger Entfernung graue Tiere, etwa so groß wie ein Pferd. Wer hat hier Esel frei gelassen? Langsam nähern wir uns den Tieren und siehe da: das Grau löst sich auf in schwarze und weiße Streifen! Es sind Zebras, die nur von weitem grau wirkten – erstaunlich!
Nach etwa zwei Stunden langsamer Fahrt erreichen wir wieder den Parkausgang und sind bald im Städtchen.

Wir kaufen noch ein paar Kleinigkeiten im Supermarkt und fahren zurück ins Gästehaus. Abends geht es wieder zum Griechen, der Fisch schmeckt einfach göttlich und die Aussicht auf die „Promenade“ ist toll, wir fühlen uns sehr wohl. Am nächsten Tag besuchen wir nur ein paar Minuten entfernt einen der angrenzenden Badestrände St. Lucias. Auch hier kann man an den riesigen Stränden die Strandbesucher an einer Hand abzählen. Das Abendessen wird – wir sind ja schon Stammgäste – beim Griechen eingenommen und am nächsten Tag packen wir unsere Sachen: Es geht nach Süden Richtung Durban, denn der Urlaub ist fast vorbei. Manchmal kann man beim Herumreisen richtig melancholisch werden. Wir haben schon viele Plätze besucht, an denen wir gerne länger geblieben wären, aber auf der anderen Seite lernen wir genau diese Plätze nur kennen, weil wir viel herumreisen und selten länger als zwei oder drei Tage an einem Ort bleiben. Unsere zeitlichen und finanziellen Möglichkeiten lassen nun mal keine andere Art des Reisens zu, auch wenn das Weiterfahren manchmal schwer fällt. So bleibt uns am Ende immer nur ein letzter wehmütiger Blick und ein „vielleicht kommen wir ja mal wieder“, dann geht es weiter, entweder zurück nach Deutschland, oder aber neuen Abenteuern entgegen...

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Blick auf die St. Lucia Wetlands

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St. Lucia - Mission Rock

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St. Lucia - Schnecken

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St. Lucia - Dünen bei Cape Vidal

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St. Lucia - Endlose Strände

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St. Lucia - Baden im See verboten

 

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