Reisebericht Mosambik
2010-07-24 09:05 von petra hänel
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Es ist wieder soweit. Zwei Wochen Mozambik im Mai liegen vor mir. Nachdem ich dieses wundervolle Land bereits zweimal bereist habe, jeweils mit kleinen Flugzeugen zu den verschiedenen Lodgen der Rani Resort und Strandoasen wie Matemo Island und Metjumbe werde ich diesmal mit einem Kollegen per Auto unterwegs sein. Von Deutschland aus fliegen wir nach Johannesburg und weiter nach Nelspruit, entspannt mit der South African Airways. Der Urlaub beginnt gleich nach dem Start wenn das freundliche Kabinenpersonal die Menuekarten für das Abendessen verteilt und auch gleich den Aperitif anbietet. Südafrikanische Weine oder Sekt. Eben Urlaub von Anfang an. Der Nachtflug vergeht wie „im Fluge“ dank modernster Technik am Platz mit Bildschirm und der vielfältigen Auswahl an Filmen, Musik verschiedenster Richtungen, Spiele usw. Schlafen ist auch Dank der 85 cm Sitzabstand gut. Unseren Mietwagen einen Hyundai Tucson erhalten wir am Flughafen. Wir haben uns für einen 4x2 entschieden, da nach unseren Informationen die Straßen in gutem Zustand sein sollen. Die erste Strecke führt uns über Komatipoort und dann ist auch schon die Grenze nach Mosambik erreicht. Hier dauert es nun etwas länger. Hilfreich sind die „Helfer“ die sich anbieten bei dem Papierkram zu helfen. Funktinoniert !! Für ca. umgerechnet 20 Euro stehen wir immer am richtigen Schalter und erhalten schnell die erforderlichen Stempel. Dennoch dauert die Prozedur etwa eine Stunde. Unser Ziel ist Maputo, die Hauptstadt von Mozambik. Hier beginnt die abenteuerliche Suche nach dem Flughafen. Wir haben eine Nacht auf Inhaca Island im Pestana Resort gebucht. Mit einem kleinen Flieger fliegt man von Maputa aus dort hin. Aber zunächst müssen wir den Flughafen finden. Schilder mit Straßennamen sind eine Seltenheit in der Stadt. Und wenn dann findet man sie unten am Straßenrand. Da ist Pfadfinderwissen nützlich. Oder man spricht portugiesisch. Englisch wird hier noch nicht so häufig gesprochen. Mit Optimismus und freundlicher Unterstützung der Einheimischen erreichen wir den Flughafen. Die Kontrollen sind ein wenig umständlich, doch dann laufen wir auf die Landebahn und begrüßen den Piloten der kleinen Maschine. Leider dauert es noch eine Weile bevor wir starten können. Der Präsident ist im Landeanflug und alles andere muß eben warten. Vom Flieger aus haben wir einen atemberaubenden Blick auf das türkisblaue Meer. Es ist später Nachmittag als wir unser Resort erreichen. Noch Zeit um vom Strand aus den Sonnenuntergang zu erleben. Blutrot taucht die Sonne in das Meer. Noch ein Drink im kühlen Pool und schon ist es Zeit zum Abendessen. Das findet in Buffetform statt und bietet eine köstlich Vielfalt aus Meeresfrüchten, frischem Obst und Salaten. Das Dinner wird musikalisch von einem Alleinunterhalter untermalt der unerbittlich auf seiner Orgel ein Lied nach dem anderen spielt. Manchmal ist weniger ja auch mehr J Außer uns sind viele Südafrikaner mit ihren Familien auf der Insel und genießen ein Strandwochenende. Am nächsten Vormittag geht es bereits mit dem Flieger wieder zurück nach Maputo und wir haben nur diesen einen Tag um die Stadt mit ihrer sichtbar portugiesischen Vergangenheit zu entdecken. Unser Guide, der uns die Stadt zeigt spricht deutsch. Er führt uns zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Beeindruckend ist der Bahnhof im Jugendstil. Hier macht auch der Rovos Rail, ein historischer Luxuszug, Station auf seinem Weg nach Tanzania. Das eiserne Haus von Herrn Eifel spiegelt den Geist der damaligen Zeit wider. Quirliges, fröhliches Treiben herrscht in der Markthalle der Stadt. Appetitlich wird die frische Ware dargeboten. Vom frischen Obst und Gemüse, sowie Kleidung, und Schmuck lässt sich hier beinahe alles finden. Am späten Nachmittag besuchen wir den Fischmarkt. Hier wird tagtäglich der fangfrische Fisch lautstark angeboten. Gewogen wird mit einer kleinen Handwaage und die kleinste Menge die man kaufen kann ist ein Kilo. Das riesige Angebot und der Hunger den wir haben verführt uns zum Kauf von 9 Kilo Fisch. Thunfisch, Loobster, Tintenfisch sind nur einige der Fischsorten die wir uns in einer Art Garküche schmackhaft zubereiten lassen. Die Küche ist wirklich winzig mit deutlichen Spuren der ständigen Nutzung aber blitzsauber. Ein schattiges Plätzchen unter alten Bäumen, ein kühles Glas Wein und den besten Fisch der Welt. Ja, so lässt es sich leben. Und so unvorstellbar es klingt. Wir schaffen zu viert die riesige Menge Fisch. Na ja, so ein Loobster hat ja auch reichlich Abfall J Am nächsten Tag fahren wir weiter. Auf recht guten Strassen vorbei an kleinen Dörfern die sich entlang der Strasse säumen. Das Leben der Menschen hier ist einfach. Wir treffen auf große Freundlichkeit und auch Stolz. Stolz auf ihr Land und ihre Unabhängigkeit. Ein einziger Streckenabschnitt stellt unsere Fahrkünste und unser Auto auf eine harte Probe. Cirka 50 Kilometer besteht die Strasse, die diesen Namen nicht verdient, aus Schlaglöchern in denen ein LKW locker Platz hat. Ralley Fahrkünste sind von Vorteil J . Unterwegs besuchen wir verschiedene Unterkünfte um zu entscheiden welche wir in unser Portfolio in Zukunft aufnehmen werden. Dabei kommt es nicht darauf an allein Luxusunterkünfte zu finden, sondern vielmehr ist uns ein ausgewogenes Verhältnis von Lage, Sauberkeit und die Möglichkeit welche Aktivitäten in der Gegend möglich sind wichtig. Immer wieder treffen wir Einheimische die Wasser im Eimer aus gebohrten Brunnen holen. Diese Arbeit wird von Frauen und auch häufig von Kindern verrichtet. Immer wieder sehen wir auch Kuriositäten des Transports. Man versucht so gut es geht und sehr erfinderisch mit den Möglichkeiten das bestmögliche zu erreichen. Das Land und die Menschen, die es bewohnen sind arm, aber man spürt überall die Aufbruchstimmung und die Hoffnung das ein besser wird. Das Land ist durch seine Vergangenheit gebeutelt worden und Naturkatastrophen haben ihr übriges getan um die Menschen immer wieder ihrer Existenz zu berauben oder noch schlimmer ihres Lebens. Trotz alledem spürt man den Optimismus und den Tatendrang sich nicht unterkriegen zu lassen und sein Leben zu meistern. Unsere Reise führt uns auch auf die Inseln Benguerra und Bazaruto. Hier gibt es verschiedene Lodgen der Mittel- und der gehobenen Klasse. Wir besuchen die Dugong Beach Lodge, die Bazaruto Lodge, Indigo Bay Lodge und die Benguela Lodge. Jede hat etwas besonderes. Ist es auf der einen der persönliche Butlerservie, auf der anderen das Dinner am Strand umgeben von Fackeln mit der leisen Rauschen des Meeres oder die Fischer die uns einladen mit Ihnen zum Fischfang heraus zu fahren. Wir sind von der Vielfalt des Angebotes begeistert. Für jeden Anspruch und Geldbeutel lässt sich etwas finden. Auch auf dem Festland schauen wir uns um. Wie auch in Südafrika entstehen hier nach und nach Guesthäuser mit individuellem Angebot. Kleine Hotels in Inhambane ergänzen das Angebot. Die Inseln sind mit Booten oder mit kleinen Flugzeugen zu erreichen. Bequemer ist es mit dem Flugzeug wie wir feststellen, denn wenn die Boote über die Wellen hüpfen ist das mitunter schon eine Herausforderung an den Rücken und das Gleichgewicht J Ein Ort der mir besonders gefallen hat ist Inhambane mit der Halbinsel. Hier befinden sich die recht bekannte Barra Lodge und die Flamingo Bay Lodge. Erstere liegt an einem endlos langen Sandstrand. Die Casitas sind in den Dünen versteckt und haben alle eine Terrasse mit Blick auf das Meer. Gut auch für Familien geeignet, da die Zimmer groß genug für vier Personen sind. Durch weichen, feinen Sand läuft man zum endlos langen Strand. Das flache Wasser zieht sich weit in das Meer und lädt zum rumtollen in den Wellen ein. Nahezu ungefährlich auch für Kinder. Zum Schnorcheln und Tauchen fährt man mit einem Schlauchboot hinaus. Für Nichtstrandgänger bietet sich der große Pool zum faulenzen an. Das Essen in der Lodge ist lecker und vor dem Dinner sollte man den Sonnenuntergang in der Strandbar genießen. Wir hatten das große Glück Russel kennen zu lernen. Er betreibt eine Tauchschule in der Gegend und zwar aus Leidenschaft. Wir möchten unbedingt eine sogenannte Ozean Safari machen und schnorcheln mit Walhaien. Ob es wirklich klappt diese Riesen aus nächster Nähe zu beobachten. Mit dem Boot geht es raus aufs Meer. Das Equipment wurde vorher genau erklärt und wie wir uns zu verhalten haben. Da, Russel deutet aufs Meer !! Und ?? Wir sehen nichts außer Wasser. Alles fertigmachen und auf sein Kommando ins das Wasser gleiten. Prima, ich sehe nur Dunkel. Wow, es ist ein Walhai der gemächlich an mir vorbei zieht. Ich kann es nicht fassen. Zwölf Meter Fisch zum greifen nah !! Aber anfassen ist strengstens verboten. Die empfindliche Haut des Walhaies darf nicht berührt werden. Es ist wirklich ein unglaubliches Erlebnis. Noch heute kann ich es kaum fassen, dass ich tatsächlich eine so beeindruckende Begegnung hatte. Russel strahlt über das ganze Gesicht. Ja, man spürt sein Tauchbasis ist seine Leidenschaft !! Die Flamingo Bay Lodge ist ungefähr fünf Minuten von der Barra Lodge entfernt. Eleganter und mit einem Stern mehr versehen. Die einzelnen Chalets sind mit langen Holzstegen verbunden. Man wird mit kleinen Golfcarts zu seiner Unterkunft gefahren. Auch hier hat wieder jeder seine eigene Terrasse, sogar mit einer Leiter ins Wasser. Kanus liegen bereit um die Mangrovenwälder die im seichten Wasser stehen zu erkunden. Besonders schön in der Flamingo Bay Lodge ist eine kleine Terrasse die sich oberhalb des Restaurants befindet. Hier können z.B. Honeymooner ein romantisches Candlelight Dinner genießen. Wenn der Mond am dunklen Himmel steht und die tausend Sterne um die Wette funkeln versinkt die Welt um uns herum und man möchte niemals von hier weg. Doch leider bleibt dieser Wunsch unerfüllt. Wir müssen weiter. Wohin ist ein weiterer Abschnitt unserer Reise, die uns in den erweiterten Krüger Nationalpark in den heute sogenannten Frontier Park führt. Dieser Reisebericht ist geistiges Eigentum von Albatros Urlaub. Jede Veröffentlichung - auch auszugsweise - ist nur mit schriftlicher Genehmigung von Albatros Urlaub gestattet. |
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Kommentar von Petra H | 2010-09-19
Guter Bericht, aber hätte gerne noch mehr Bilder gesehen.