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Heute früh müssen wir einen unserer Seesäcke packen, denn wir übernachten außerhalb, irgendwo in einer Salzpfanne. Das einzige was wir wissen ist, dass wir am Nachmittag auf Quads fahren und später unter freiem Sternenhimmel schlafen werden. Weitergehende Fragen werden von Camp-Manager Patrick mit dem Satz beantwortet: „ Warum wollt ihr alles so genau wissen, lasst euch doch einfach überraschen.“ Da wir ja schon unsere Erfahrung mit der morgendlichen Kälte gemacht haben, legen wir unser Augenmerk auf warme Sachen. Bald haben wir alles verstaut und ich trage das Gepäck zum Parkplatz. Wir haben noch Zeit, also setzen wir uns an den Aussichtspunkt am Steilhang und beobachten die Zebras, Kudus und Gnus, die ununterbrochen zur Wasserstelle wandern.
Gegen 10:00 Uhr geht es dann los. Unser Begleiter Dabi hat die Kühlbox gut gefüllt und unser Gepäck verstaut, wir verlassen den Magkadigkadi Nationalpark. Es ist schon wieder sehr heiß am Vormittag, also genehmigen wir uns sofort die erste Flasche Wasser, denn wir wollen auf keinen Fall austrocknen. Wir benutzen die inzwischen gut bekannten Sand- und Schotterpisten, stoßen auf die Teerstraße die Nata und Maun verbindet und fahren in östliche Richtung. Nach einer weiteren halben Stunde verlassen wir wieder die Straße und fahren auf einer brutalen Rüttelpiste. Dabi erklärt uns, das wäre die alte Hauptstraße nach Nata, und uns wird sofort klar, welche enorme Verbesserung die neue Teerstraße für den Verkehr bedeutet. Die Windschutzscheibe des Landrovers hat bereits einen Riss und ich warte darauf, dass sie bei dem Gerüttel endgültig zersplittert. Der Boden ist knochentrocken, links und rechts sehen wir goldgelbes Gras gespickt mit halbverdorrten Büschen, dazwischen ein paar Palmen mit hohen, kerzengeraden Stämmen. Es ist heiß geworden im Wagen, wir öffnen die Schiebefenster, aber immer wenn Dabi anhält, weil wir ein Tier beobachten wollen, dringt die Staubwolke, die wir aufgewirbelt haben, sofort durch alle Spalten ins Wageninnere. Ich muss meine Kamera gut verpacken, damit sie nicht einstaubt. Wir entdecken Buschböcke, Kudus, Oryxantilopen und Giraffen, zwischendurch auch viele verschiedene Vögel, die Dabi alle beim Namen nennt und ihre speziellen Verhaltensweisen erklärt. So fahren wir Kilometer um Kilometer in sengender Hitze. Am Straßenrand liegt frischer Elefantendung. Wenn man bedenkt, dass Elefanten um die 150 kg Futter am Tag benötigen, fragt man sich schon, wie die Tiere in dieser kargen Gegend überleben können. Vermutlich sind sie 20 Stunden am Tag unterwegs um Wasser und Futter zu finden. Dann treffen wir auf einen Posten der Parkverwaltung. Wir halten kurz, denn Dabi kennt natürlich alle Ranger und hält ein kurzes Schwätzchen. In der Mitte befindet sich ein Wasserspeicher, der ist mit einem Ring aus großen, spitzen Steinen geschützt. Wir erfahren, dass dies ein Schutz gegen Elefanten darstellt. Die Tiere wittern das Wasser im Tank und versuchten in der Vergangenheit mit allen Tricks und auch roher Gewalt an das Wasser zu gelangen. Erst seitdem man den Steinwall gebaut hat passiert nichts mehr, die Elefanten können auf den spitzen Steinen nämlich nicht laufen, dafür sind ihre Sohlen zu empfindlich.
Wir fahren weiter und es wird heißer und heißer. Auf der linken Seite sehen wir einen stählernen Turm mit einem Windrad. Hier befindet sich eine Wasserpumpe mit einem künstlichen Wasserloch. Wir folgen dem Pfad, und während wir uns langsam dem Wasserloch nähern, taucht plötzlich ein Elefant im Buschwerk auf. Auch er bewegt sich zu dieser Stelle. Das Tier schaut in unsere Richtung, schüttelt unwillig seinen Kopf und versucht unsere Witterung aufzunehmen. Man sieht ihm an, dass er mit unserer Anwesenheit ganz und gar nicht einverstanden ist, aber wir begleiten ihn trotzdem. Am Wasserloch angekommen, fängt er sofort an zu trinken, aber immer wieder dreht er sich zu uns, wackelt mit dem Kopf und stellt die Ohren auf. Wir halten uns in respektvollem Abstand, stellen den Motor ab und beobachten ihn weiter. Jetzt kann man sehr gut die Größe des Tieres einschätzen. „JESUS!“, sagt Dabi, „das ist einer der größten Elefanten, die ich je gesehen habe!“ Auch wenn unser Begleiter öfter zu dramatischen Äußerungen neigt, in diesem Fall stimmen wir ihm zu; das ist wirklich ein mächtiger Elefant, der uns immer wieder klarmacht, dass wir auf keinen Fall näher kommen sollen. Seine Stoßzähne sind noch nicht einmal besonders beeindruckend, aber die Höhe des Tieres ist schon bemerkenswert. Hätten wir nicht unseren erfahrenen Buschmann dabei, wir wären garantiert nicht auf die Idee gekommen dem Riesen zur Wasserstelle zu folgen. Dabi meint, der Elefant wäre hunderte von Kilometern aus Namibia herübergekommen, und vermutlich hat er schon schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht, deshalb ist es jetzt so unfreundlich zu uns. Schließlich hat das Tier genug und verschwindet wieder im Busch. Wir fahren ebenfalls weiter.
Gegen 12:00 Uhr erreichen wir den Ort Gweta, das Einfallstor zu einer der Salzpfannen, nämlich der Nxai Pan (das „x“ steht für einen Klicklaut). Einige Minuten später kommen wir zur Gweta Lodge, hier ist unser Treffpunkt mit den anderen Teilnehmern und unserem Guide Jim. Der sieht genauso aus, wie man sich einen Abenteurer in Afrika vorstellt. Die Haut ist braun gebrannt und etwas ledrig, und er trägt eine ärmellose Outdoorweste, auf die ein großes Abzeichen der Camel-Trophy aufgenäht ist. Die Camel-Trophy ist eine Veranstaltung, bei der sich ausgesuchte Teams irgendwo auf dieser Welt wochenlang durch unwegsames Gelände schlagen, je brutaler die Bedingungen, umso besser. Jim sieht irgendwie aus, als wäre er der Erfinder dieser Trophäe und hätte alle Routen schon mal getestet. Natürlich sitzt er an der Bar, hat eine Dose Bier vor sich stehen und eine Zigarette im Mundwinkel.
In der Lodge werden wir herzlich begrüßt und bekommen gleich ein kühles Getränk und ein leichtes Mittagessen angeboten. Nach dem Essen entspannen wir noch ein wenig, gegen 14:30 Uhr starten wir unsere Tour zur Nxai Pan. Dabi verabschiedet sich, ihn werden wir erst morgen wieder sehen. Wir besteigen eines der beiden offenen Fahrzeuge; endlich haben wir während der Fahrt etwas Wind. Dann verlassen wir Gweta und wieder geht es über eine Rüttelpiste. Ich sitze direkt hinter Jim, der das Fahrzeug lenkt. Während der etwa einstündigen Fahrt an den Rand der Salzpfanne hat er vermutlich eine Packung Zigaretten gequalmt, und als sich bei einem Stopp alle eine Flasche Wasser genehmigen, hat er in dieser Zeit zwei Dosen Bier vertilgt. Na ja, eine Alkoholkontrolle hier im Nirgendwo ist eher unwahrscheinlich. Ab und zu kommt uns ein Fahrzeug entgegen, dann werden wir sofort von feinem, weißem Staub eingehüllt. Nach kurzer Zeit knirscht es zwischen den Zähnen. Jetzt sind wir froh, dass Dabi uns dringend empfohlen hat ein großes Tuch mitzunehmen. Dieser Tücher sind jetzt kunstvoll um unsere Köpfe geknotet, bis auf einen Sehschlitz ist alles vor dem Staub geschützt; wir sehen aus wie Beduinen. Ich schaue nach links, dort stehen zwei schöne Baobabs, ein paar Meter weiter sehe ich eine Akazie. An den Ästen hängen zahlreiche Nester der Webervögel, etwas entfernt im Gras liegt ein totes Rind, die ersten Geier haben sich auch schon eingefunden. Wir fahren und fahren und dann sehen wir den Rand eines weißen Meeres, ein toller Anblick! Es gibt nur noch das makellose Blau des Himmels und eine unendliche weiße Weite, die bis an den Horizont reicht. Wir haben die Nxai Pan erreicht. Sie ist Teil der Magkadigkadi Pans, die wiederum bilden das größte Salzpfannensystem auf unserem Planeten. Die Ausdehnung der Pfannen entspricht in etwa der Größe Belgiens. Hier befand sich vor langer Zeit ein riesiger See, der langsam austrocknete und eine weiße Salzschicht hinterlassen hat. Genau das macht diese Region zu einem extrem lebensfeindlichen Ort. Trotzdem hat man hier zahlreiche Spuren gefunden, die auf eine Besiedelung in grauer Vorzeit schließen lassen.
Als wir den Rand der Salzwüste erreichen tauchen ein paar Hütten auf. Jim begrüßt die Bewohner, dann verlassen wir unseren Jeep und laufen einige Schritte. Vor uns stehen fünf Quads, alle frisch geputzt und exakt in einer Reihe aufgestellt. Alle Fahrzeuge sind gelb - schwarz lackiert, sie sehen ein wenig wie Hornissen aus, so ähnlich hören sie sich auch an. Jim erklärt uns, wie man den Motor an- und ausmacht, wie man bremst und wie man das Fünfganggetriebe bedient. „Unsere“ Mädels möchten nicht selbst fahren, deshalb fahre ich ein paar Proberunden, um mich mit dem Fahrzeug vertraut zu machen. Dann steigt meine Frau auf den Rücksitz, wir kontrollieren den richtigen Sitz unserer Kopftücher und putzen noch einmal unsere Sonnenbrillen. Inzwischen haben auch die anderen ihre Quads getestet; wir sind abfahrbereit. Jim ermahnt uns, aus Umweltgründen immer hintereinander in der Spur zu fahren. „Lasst ruhig etwas Abstand untereinander, euer Vordermann wird eine Menge Staub aufwirbeln. Falls jemand eine Panne haben sollte, darf er sich auf keinen Fall vom Fahrzeug entfernen. Wenn ihr nur ein Stück in die Salzfläche hineinlauft kann ich euch nicht mehr sehen.“ Dann setzt er sich auf sein Quad und fährt los. Einer nach dem anderen reiht sich in die Spur ein, ich warte noch ein wenig und fahre als Letzter los. Ich bin ein ganzes Stück von meinem Vordermann entfernt, ein leichter Wind weht über die Ebene und bläst den aufgewirbelten Staub zur Seite, so gelingt es mir, Ruth und mich relativ sauber zu halten. Das Gefühl bei dieser Fahrt ist schwer zu beschreiben. Man bewegt sich auf einer riesigen, topfebenen weißen Fläche ohne Markierungspunkte. Der einzige Hinweis auf die richtige Richtung ist die Spur, der man folgt. Das Blau des Himmels und das Weiß der Erde sind am Horizont scharf abgegrenzt, genau dorthin fahren wir. Die harte Salzkruste knirscht unter den Reifen, aber ich fühle mich, als würde ich durch den Raum schweben; nur einige Schatten vor mir, die mächtig Staub aufwirbeln, erinnern mich daran, dass ich in einer Kolonne fahre und nicht mit meiner Frau alleine hier draußen bin. Ein Stück weiter folge ich einer Kurve, das hat den Nachteil, dass die Staubwand nicht so schnell verschwindet und wir mitten hindurch fahren müssen. Das mit dem Kopftuch war eine geniale Idee, spätestens jetzt sind wir recht gut geschützt. Nach ein paar weiteren Kurven sehe ich eine kleine Grasinsel im Sand, die Gruppe hat davor angehalten. Es ist unglaublich, aber wir sind schon eine halbe Stunde unterwegs! Jim öffnet die Kühlbox und wir holen uns Wasser – nur einer trinkt etwas anderes, natürlich! Jim angelt sich eine Dose Bier und macht sich erst einmal eine Zigarette an. Er erklärt uns die Entstehungsgeschichte der Salzpfannen, dann begutachten wir die kleine Sandinsel und finden eine Höhle. Eine Eidechse lugt heraus; wir können gar nicht glauben, dass die hier in der Salzwüste genug zu Fressen findet, aber irgendwie schafft sie es anscheinend doch. Nach ein paar Minuten geht es wieder weiter. Ich bedauere, dass wir nur wenige Fotos machen können, doch das feine aufgewirbelte Salz ist Gift für meine Kamera. Andere aus unserer Gruppe scheint das aber nicht zu stören, sie haben die Kamera immer griffbereit und fahren ohne zu zögern durch alle Staubwolken. Die Sonne steht knapp über dem Horizont, der Fahrtwind wird kühler, da taucht unser Camp scheinbar aus dem Nichts auf. Unsere zwei Jeeps sowie ein Pickup-Truck sind hintereinander geparkt. Wir stellen die Fahrzeuge ab und sind total begeistert von unserer bisherigen Tour. Mit einem Quad beim goldenen Licht der Nachmittagssonne durch eine blendend weiße Salzwüste zu fahren ist schon ein starkes Erlebnis.
Wir werden von Freundin Petra, die per Jeep diese Stelle erreicht hat, bereits erwartet. Sie zeigt auf zwei quadratische Plätze, die mit einem Sichtschutz aus Zeltplanen umgeben sind. „Das sind die zwei Toiletten, im größeren Raum gibt es auch eine Dusche.“ Wir gehen nach rechts, dort sehen wir Tische und Gerätschaften des Küchenpersonals aufgebaut. Ein Stück weiter steht ein gedeckter Tisch für unsere Gruppe. Daneben sind Stühle um ein Lagerfeuer gruppiert, das flackert bereits und strahlt Wärme aus. Ein paar Meter hinter den Stühlen ist ein Dach aus Zeltplanen aufgebaut. Darunter steht ein Tisch, auf dem allerlei Getränke für uns aufgereiht sind. Die restlichen Sachen können wir aus der Kühlbox oder aus dem Weinkühler holen. Am Rand des Camps sind unsere Betten aufgebaut. Sie stehen mitten in der Salzwüste, etwa zehn Meter voneinander getrennt. Neben jedem Bett steht ein Hocker mit unserem Gepäck darauf, vor dem Bett liegt ein kleiner Teppich, auf dem man die Schuhe ausziehen kann. Natürlich fehlt auch die Petroleumlampe nicht, sie dient aber nur der romantischen Stimmung, denn wir haben gute Stirnlampen dabei. Wir schauen uns Toilette und Dusche an. Wie in unserem letzten Zeltcamp gibt es hier ein Gefäß, das mit heißem Wasser gefüllt und hochgezogen wird. Am Boden des Behälters ist eine Brause angebracht; sobald man den Hahn öffnet, läuft das Wasser langsam heraus. Leider hat ein anderes Gruppenmitglied schon ausgiebig geduscht, deshalb ist nicht mehr genug Wasser vorhanden, aber eigentlich ist es auch schon so kalt geworden, dass wir froh sind in unseren Klamotten zu stecken. Wir gehen weiter zur Toilette, auch hier gibt es nichts zu meckern; wir finden eine Porzellanschüssel und einen Klopapierrollenhalter wie wir es auch von zu Hause gewöhnt sind. Es gibt allerdings keine Wasserspülung, sondern man hat ein tiefes Loch gebuddelt. Wenn man sein Geschäft verrichtet streut man ein paar Schaufeln Sand in das Loch und das war es dann. Wir begnügen uns mit einer Katzenwäsche, denn am Waschbecken, das selbstverständlich – sogar mit Spiegel – auch vorhanden ist, gibt es noch eine Kanne lauwarmes Wasser. So können wir zumindest Gesicht und Hände vom Staub befreien und fühlen uns schon viel besser.
Wir holen uns noch ein Glas Wein und setzen uns zu den anderen ans Lagerfeuer und betrachten den Sonnenuntergang. Wir schauen genau auf einen großen roten Feuerball, der sehr schnell hinter dem ebenfalls blutrot eingefärbten Horizont verschwindet; hinter uns wird der blaue Himmel bereits schwarz und die ersten Sterne blinken, die Venus als hellster Stern ist bereits gut zu sehen. Jim sitzt neben uns, natürlich die unvermeidliche Zigarette und die Dose Bier in der Hand, und erklärt die verschiedenen Sternenbilder. Inzwischen ist es kalt geworden, aber er hat immer noch seine kurzärmelige Weste an. Ob heiß oder kalt, Jim kennt keinen Schmerz; das ist das Holz, aus dem die echten Abenteurer geschnitzt sind! Ab und zu kommt ein netter junger Mann vorbei und bringt uns noch Getränkenachschub, wir können wirklich nicht meckern. Dann werden wir zum Abendessen gerufen. Es gibt verschiedene Gänge und alles ist mit viel Liebe zubereitet; wir lassen es uns schmecken. Nach dem Essen erzählt Jim natürlich noch einige Anekdoten aus seinem schillernden Leben, so vergeht die Zeit wie im Flug. Gegen 21:30 Uhr sind wir müde, wünschen eine gute Nacht und gehen zu unseren Betten. Es ist bitterkalt geworden und ein leichter Wind streicht über die Ebene. Wir bleiben in unseren Klamotten, ziehen nur die Schuhe aus und legen uns unter die Decken. Es ist absolut still, wir schauen hoch zum Sternenhimmel, der seine ganze Pracht entfaltet hat. Es ist unglaublich wie viel Sterne und Sternennebel es da oben gibt. Hier, mitten im Nichts, stören keine künstlichen Lichter, wie man sie in der Nähe von menschlichen Siedlungen findet, die Luft ist vollkommen klar und so kann man das ganze Sternenspektakel unglaublich plastisch erleben. Ab und zu verglüht am Horizont sogar eine Sternschnuppe, das Sternenzelt spannt sich von Horizont zu Horizont, man liegt im Bett und schaut und schaut und schaut…
Es wird langsam hell, die Sonne hat sich aber noch hinter dem Horizont versteckt. Ich wache auf und schaue auf die Uhr. Es ist 5:45 Uhr und saukalt. Ich blicke auf mein Thermometer, es zeigt 7°C, und das mitten in Afrika; immerhin sind wir hier in den Tropen! Auch Ruth wacht auf. Wir sehen uns um. Der Rest scheint noch zu schlafen, also holen wir frische Sachen aus dem Seesack und gehen ins Waschzelt. Dort gibt es leider kein Dach, das heißt dort sind es auch nur 7°C. Was hilft es, die Klamotten werden ausgezogen und wir waschen uns heldenhaft trotz Kälte. Danach sind wir hellwach. Wir kehren zu unserem Bett zurück und erleben einen unglaublich schönen Sonnenaufgang. Die Luft in der Salzpfanne ist sehr trocken, es gibt keine Dunstschleier, deshalb kann man die glutrote Sonnenscheibe am Horizont extrem klar sehen. So schnell wie die Sonne abends verschwindet, so schnell kommt sie jetzt auch zurück, innerhalb kürzester Zeit ist das erste Viertel zu sehen. Petra ist jetzt ebenfalls wach und macht sich frisch, und auch auf den restlichen Betten ist Bewegung zu sehen. Als unsere beiden Weggefährten fertig sind, gehen wir zum Frühstück. Der Tisch ist bereits gedeckt und der Kaffee ist auch schon heiß. In der Nähe steht Jim gerade auf. Er hat – natürlich nur mit kurzärmeliger Weste – in einem Schlafsack auf der Erde übernachtet. Während wir unseren heißen Kaffee schlürfen, kommt eine ältere Dame aus Irland auch zum Frühstück. Sie hat aber eine völlig andere Gewohnheit als wir, denn sie trinkt zum Frühstück eine Dose Bier und raucht dazu eine Zigarette. Eigentlich würde sie gut zu Jim passen!
Die Gruppe aus Irland muss schon früh das Lager verlassen, deshalb sind jetzt zwei Quads ohne Fahrer. Nach dem Frühstück entschließen sich Petra und Ruth deshalb, auch ein Quad zu benutzen. Außer den zwei Frauen, Johann und mir ist niemand mehr da, also fahren wir vier zusammen mit Jim zurück, das finden wir toll. Bevor wir starten betrachte ich mir noch einmal das Camp, es ist unglaublich, was hier für unsere kleine Gruppe mitten in die Wüste gestellt wurde, aber die Erfahrung war einmalig. Auf diese Weise haben wir noch nie zuvor übernachtet und wir haben es genossen, da kann auch die Kälte nichts daran ändern. Die Sonne brennt inzwischen schon wieder ordentlich vom Himmel und wir sind schon längst wieder auf Betriebstemperatur. Auf der Rückfahrt halten wir noch einmal an und suchen prähistorische Steine, die angeblich von frühen Menschen bearbeitet wurden. Jeder von uns findet so einen Stein, ehrlich gesagt glaube ich nicht an die Echtheit der Exemplare, aber was soll´s, wir haben unseren Spaß. Wir erreichen wieder den Rand der Pfanne und müssen schweren Herzens unsere Quads wieder abgeben. Auch Petra und Ruth sind inzwischen auf den Geschmack gekommen, wir hätten nichts dagegen, wenn die Tour noch einen Tag dauern würde. Das ist leider nicht möglich, deshalb steigen wir wieder in den wartenden Jeep und fahren zur Gweta Lodge zurück. Gut gelaunt erreichen wir die Lodge, genießen die warme Dusche. Kurze Zeit später holt uns Dabi ab und wir fahren zurück in den Magkadigkadi Nationalpark. Die Nacht unter freiem Himmel hat uns sehr gut gefallen und wir können uns sehr gut vorstellen diese Tour irgendwann noch einmal zu wiederholen. Wir werden sehen was die Zukunft noch für uns bereithält!
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 Ich versteck´ mich
 Gute Tarnung
 Genervter Elefant

Alte Strasse nach Nata
 Bierkneipe in Gweta

Schöner Baobab

Unsere "Hornissen"

Letzte Anweisungen

Ab ins weiße Nichts

Kurze Rast in der Salzwüste
 Keine Fahrbahnbegrenzung

Unsere Karawane

Ein Lager unterm Sternenhimmel

Freiluft-Restaurant

Romantischer Abend

Sonnenaufgang in der Nxai Pan
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